12.08.2020

Bargteheides „Grüner Ring“ muss erhalten bleiben

Bargteheides Grünzüge, Bäume, Knicks, das Moor und die kleinen Waldflächen sind von unschätzbarem Wert, werden aber zunehmend von vielen Seiten bedroht. Der Siedlungsdruck in der Metropolregion Hamburg ist riesengroß. Der Landesentwicklungsplan verortet Bargteheide im Wachstumsraum. So wird erwartet, dass die Stadt vermehrt Flächen für Wohnen und Gewerbe ausweist. Das stellt uns vor die Herausforderung, bei weiteren Planungen ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichermaßen zu berücksichtigen, sie gegeneinander abzuwägen und auszubalancieren. Das ist Nachhaltigkeit. Bislang war es üblich, wirtschaftlichen Interessen den Vorrang zu geben. So wird es nicht weitergehen können. Wir brauchen eine moderne Wirtschaftspolitik, die wesentlich besser als in der Vergangenheit Naturschutzaspekte und einen lebenswerten Raum für Menschen berücksichtigt. Ein „Weiter so“ bei sich ständig ändernden Rahmenbedingungen führt zu Fehlentwicklungen.

Bargteheides Grenzen sind endlich und es ist jetzt an der Zeit alle vorhandenen Flächen zu bewerten und deren Zweckbestimmung festzulegen. Schon nehmen Kreis und Land Einfluss auf die Entwicklung von Gewerbegebieten in Bargteheide und Umgebung. Im Kreis wird gerade ein Gewerbeflächenkonzept entwickelt. Angedacht sind Flächen in Hammoor und eine am nördlichen Rand von Bargteheide. Letztere würde den Grüngürtel um unsere Stadt zerschneiden. Dies ist mit uns Grünen nicht zu machen. Wir fordern ein Ende der ungehemmten Zersiedelung des ländlichen Raums. Hier müssen wir am Ball bleiben und eine inhaltliche politische Diskussion einfordern. Natürlich benötigt die Stadt Einnahmen aus Gewerbesteuern, aber dies kann nicht zu Lasten des städtischen Grüns gehen. Ein erster Schritt zum Erhalt des Grüns war unser Antrag, dass künftige Ausgleichsmaßnahmen nur noch in der Stadt oder im unmittelbaren Umfeld zu schaffen sind. Der Ankauf von Ausgleichsflächen in weit entfernten Landesteilen sollte damit beendet werden. Die Stadt Bargteheide muss ihre ökologischen Grenzen akzeptieren, ebenso wie wir keinen Planeten B haben.

Um zu vermeiden, dass weitere Baugebiete im Grüngürtel von Bargteheide ausgewiesen werden und die Natur dort zerstört wird, setzen wir uns für eine Innenstadtverdichtung mit Geschosswohnungsbau ein. Besonders kleine Wohnungen sind nötig. Das ist für uns auch eine soziale Frage. Natürlich möchte niemand ein Wohnhaus neben seinem Garten „wachsen“ sehen und dafür auch noch auf vorhandene Grünflächen verzichten. Daher müssen auch Ausnahmeregelungen geprüft und ermöglicht werden, Ermessensspielräume sind in ganzer Breite auszuloten. Diese Abwägung erfordert eine hohe Kompromissbereitschaft aller Beteiligten, wohlwissend das nicht alles überall möglich ist.

Neben dem Erhalt der wenigen Grünzüge innerhalb der Stadt geht es uns Grünen auch darum, die Landschaft im Umland zu schützen. Während in unseren kleineren Nachbargemeinden etwa 90 % der gemeindlichen Flächen als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen sind, gibt es einen derartigen Schutzstatus für die Flächen des Bargteheider Gebietes bislang nicht. Neben dem wirtschaftlichen Druck und den sozialen Erfordernissen einer Kleinstadt wie Bargteheide darf der Erholungswert unserer wunderschönen Knicklandschaft nicht verloren gehen. Sie hat vielen Menschen geholfen die Zeit der Corona bedingten Einschränkungen besser zu überstehen. Wir wollen, dass es diese Möglichkeiten auch zukünftig gibt.

 

Matthias Leidner, Mitglied der Grünen Fraktion Bargteheide und Vorsitzender des Ausschusses „Umwelt, Klima, Energie“

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