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Klärwerksbesichtigung sehr gefragt

Grünschnack 26.10.2019

Unser Abwasser - Alles klar?

 

Rund 80 Wissbegierige folgten am 26.10. der Einladung der Grünen zur Besichtigung des Bargteheider Klärwerks. Betriebsleiter Maik Kortmann und sein Kollege führten die zwei Gruppen durch die Anlage und erklärten die Abläufe.

Gebrauchtes Wasser aus Haushalten, Betrieben und öffentlichen Gebäuden gelangt über die Kanalisation in das Klärwerk. Dort wird es durch ein Pumpwerk gehoben und durchläuft dann beim Abwärtslaufen mehrere Reinigungsstufen: Bei der mechanischen Reinigung werden gröbere Partikel und erhärtetes Fett herausgefiltert. Bei der biologischen Reinigung verarbeiten nützliche Bakterien die überflüssigen organischen Bestandteile des Abwassers, die im Stickstoffkreislauf über eine aerobe und anaerobe Stufe zu atmosphärischem Stickstoff umgesetzt werden. In der chemischen Reinigungsstufe werden Fällungsmittel eingesetzt, um weitere Substanzen wie Phosphat zu binden. Über 96 % der Stoffe werden so aus dem Abwasser entfernt.

Der Klärprozess dauert etwa 2 ½ Tage. Das geklärte Wasser erreicht keine Trinkwasserqualität, kann aber wie das Regenwasser abgeleitet werden. Der übrig bleibende Klärschlamm wird in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt, wobei das Phosphor zurückgewonnen wird.

Das Regenwasser der Straßen und Dächer fließt nicht durch die Kläranlage, sondern in eines der 36 Regenrückhaltebecken der Stadt und nach einfacher Vorreinigung über den Bunsbach, die Bille, die Alster und die Elbe in die Nordsee, zum Teil auch über die Beste und die Trave in die Ostsee.

Das Bargteheider Klärwerk wurde 1995 erbaut und 2008 erweitert. Es bedient derzeit 38 000 Einwohner und einige Betriebe aus Bargteheide und den Amtsgemeinden. Die Kapazität der Anlage ist ausgelegt für 42 000 Einwohner, eine Erweiterung ist aber schon langfristig in Planung.

Umweltschutz wird hier groß geschrieben: Eine Biogasanlage, die aus den in den Faultürmen entstehenden Gasen gespeist wird, und eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäude decken 85 % des Energiebedarfs ab.

Zwei Gruppen von schädlichen Substanzen beschäftigen seit einiger Zeit die Wissenschaft und die Politik: Rückstände von Medikamenten und feinste Plastikpartikel. Sie belasten das Abwasser, werden bisher nicht systematisch erfasst und bedrohen unser Grundwasser.

Das Problem ist erkannt, es fehlt jedoch bisher an belastbaren Grenzwerten und an Strategien zur Abhilfe. Von welchen Instanzen kann welche Maßnahme verlangt werden: Erzeuger und Vertreiber der Substanzen (Pharmaindustrie, Betriebe, welche Plastik erzeugen oder verwenden)? Abnehmer (Krankenhäuser, landwirtschaftliche Betriebe)? Private Konsument*innen, die – bewusst oder unbewusst – Rückstände ins Abwasser abführen? Kläranlagen der Gemeinden?

 

Im September und Oktober 2019 haben sich die Grünen mit dem Trinkwasser und mit dem Abwasser befasst. 2020 steht die Entsorgung fester Abfälle auf der Tagesordnung: Geplant sind Exkursionen zur Biovergärungsanlage in Trittau und zur Müllverbrennungsanlagen in Stapelfeld.

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