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Wie kinderfreundlich ist Bargteheide?

Bargteheide hat den Ruf, eine kinderfreundliche Kleinstadt zu sein. Viele junge Familien mit kleinen Kindern zieht es her. Die recht hohen Immobilienpreise werden in Kauf genommen, weil man eine familienfreundliche Infrastruktur vorfindet. So wird ein attraktives Angebot an Kindertagesstätten und Tagesmütter vorgehalten. Ebenso findet man ein breit gefächertes Angebot an Grundschulen und weiterführenden Schulen, auch eine Waldorfschule ist im Ort. Für die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern kann man - je nach Alter und Schulzugehörigkeit - sogar zwischen Gebundener Ganztagsschule, Offener Ganztagsschule und Hortangeboten wählen.

Auch im Freizeitbereich kann Bargteheide punkten: mehrere Sportvereine sind im Ort aktiv, es gibt kaum eine Sportart, die nicht anzutreffen ist. Und im Sommer lockt das Freibad. Durch die Teilnahme am Aktionsprogramm „Kinderfreundliche Kommune“ möchte Bargteheide nun diese guten Bedingungen weiter verbessern. Denn an einigen Stellen gibt es durchaus Nachholbedarf. Jugendliche mahnen immer wieder an, dass ihnen in der Stadt Treffpunkte fehlen. Wo immer sich unkoordinierte Treffpunkte (Sportplatz, Schulhöfe, Spielplätze, etc.) entwickeln, führt es zu Konflikten mit der Anwohnerschaft. Hier besteht echter Handlungsbedarf, der aus Sicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen oberste Priorität haben muss.

Insgesamt bietet die Stadt für Jugendliche wenig Raum. Der Kinder- und Jugendbeirat - ein Instrument zur Mitgestaltung der städtischen Entwicklung - wurde zwar 2019 eingeführt, es gibt aber bis heute keinen geeigneten Tagungsraum für die Treffen. Auch ist noch kein Automatismus bei der Beteiligung des Kinder- und Jugendbeirates an Entscheidungen installiert worden. Dieses Versäumnis führt zu viel Frust auf Seiten der Jugendlichen und gehört dringend bearbeitet.

Zusammen mit der SPD haben wir Grünen nun beantragt, die städtische Jugendarbeit zu stärken und mit einem größeren finanziellen Spielraum auszustatten. Die Corona-Krise hat zu einem erheblich Anstieg der individuellen Betreuung von Jugendlichen durch das JAT geführt. Sowohl die Schulsozialarbeit also auch die offene Jugendarbeit muss personell verstärkt werden, um dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden. Die Umsetzung von Projekten, die Jugendlichen in unserer Stadt zugute kommen, sollte nicht am Geld scheitern.

Ebenso fordern wir Grüne, die Altersgruppe der sogenannten „jungen Erwachsenen“ in den Blick zu nehmen. Hier fehlen insbesondere kleine, bezahlbare Wohnungen für Auszubildende und günstige Mobilitätsangebote, um Arbeitsplätze und Freizeitangebote außerhalb von Bargteheide ohne Auto gut erreichen zu können. Wenn Bargteheide sich in den kommenden Monaten und Jahren zu einer kinderfreundlichen Kommune weiterentwickeln will, die diesen Namen verdient, darf nicht vergessen werden, dass Kinder älter werden und sich ihre Bedürfnisse verändern. Auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen Angebote gemacht werden.

Ina Schaefer

Bündnis 90/Die Grünen

Vorsitzende Ausschuss Bildung, Jugend, Sport



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