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Politikerwort: Licht am Ende des Bahnhof-Tunnels?

Auch wenn es heute schwer vorstellbar ist: die Unterführung unter den Gleisen am Bargteheider Bahnhof muss in Zukunft deutlich mehr an Fußgänger- und Radverkehr aufnehmen. Dafür gibt es zwei Gründe.

Erstens: der S4-Ausbau soll unsere Bahnanbindung verbessern und wird demzufolge in Zukunft auch deutlich mehr Fußgänger- und Radverkehr anziehen. Auch die neu dazukommenden Bahnsteige auf der Ostseite der Bahnstrecke werden durch die Bahnhofsunterführung erschlossen.

Zweitens: als einer von nur drei möglichen Verbindungswegen, um von einer Seite Bargteheides auf die andere Seite zu kommen, wird die Bahnhofsunterführung in Zukunft deutlich stärker vom Fuß- und Radverkehr genutzt werden. Hintergrund: nur durch mehr Fuß- und Radverkehr auch innerhalb Bargteheides wird es möglich, die gesetzten Ziele zur Abmilderung des Klimawandels zu erreichen. Darin sollten sich alle Parteien in Bargteheide einig sein. Die Weichen sind auf Landes- und Bundesebene längst gestellt. Koalitionen mit Beteiligung von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen haben sich dazu bekannt. Stichworte dazu: Nationaler Radverkehrsplan 3.0 und Landesradstrategie SH. Und auch die WfB macht sich ja für ein fuß- und fahrradfreundliches Bargteheide stark.

Was bedeutet das nun für die Unterführung? Erste Ideen von Planern liegen vor, wie mit der neuen Situation umgegangen werden kann. Die Vorschläge sind aber wenig überzeugend: die Trennung von Fuß- und Radverkehr im vorhandenen, sehr engen Tunnel durch ein Gitter erscheint kaum geeignet. Das birgt eher Gefahrenpotentiale, weil die Verkehre im Tunnel aufgrund asymmetrischer Rampenanordnung die Seite wechseln müssten. Der vorhandene Tunnel stößt auch aufgrund seiner Breite an seine Grenzen. 

Eine aufwändige Verbreiterung des Tunnels oder andere Baumaßnahmen für eine nachhaltige Lösung spielen bei der Planung der Bahn aktuell anscheinend keine Rolle. Die Bahn ist nur an einem Zugang zu den Bahnsteigen interessiert. Dass dieser Tunnel eine wichtige innerörtliche Verbindungsfunktion für Fuß- und Radverkehr einnimmt, wird schlicht ignoriert. Die Bahn muss sparen und wird aus eigenem Antrieb keine Lösung vorantreiben.

Es wäre sinnvoll, wenn sich alle Parteien in Bargteheide zusammentun, um mit unserer Verwaltung für eine vernünftige Lösung zu kämpfen. Und zwar jetzt. Wir müssen unserer Verwaltung vollste Unterstützung geben, damit sie rechtzeitig und entschlossen die Interessen Bargteheides gegenüber der Bahn vertreten kann. Denn wenn der S4-Ausbau abgeschlossen ist, ist es definitiv zu spät. Nur abgestimmtes Handeln schafft Handlungsspielraum und öffnet auch die Tür zu Fördermöglichkeiten für Baumaßnahmen.

Wie eine Lösung dabei final aussehen kann, sollte vorerst offen betrachtet werden. Denkbar wäre beispielsweise ein verbreiterter Tunnel, ein zweiter Tunnel, um Fuß- und Radverkehr zu trennen oder auch eine ergänzende Brückenlösung. Selbstverständlich gehören auch die Anbindungen der Fuß- und Radwege aus dem Bahnhofsbereich in Richtung aller innerstädtischen Ziele zu dieser Betrachtung. Wir werden uns bemühen, auch diese in das in Arbeit befindliche Fuß- und Radverkehrskonzept einzubringen.

Michael Niebuhr, Bürgerliches Mitglieder der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Mitglied der Rad-AG

 



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