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Der Grünplan für das Bauvorhaben am Südring

Am Südring, Kreuzung Hamburger Straße, soll ein Wohnhaus entstehen. 14 Meter an der höchsten Stelle, zur hinteren Bebauung abflachend, mit vorwiegend kleineren Wohnungen und auf 675 m2 Einzelhandel. Die Fläche, für die es schon seit 2014 einen Bebauungsplan gibt, ist alles andere als ein Filetstück. Das Grundstück wird stark beeinträchtigt unter anderem vom Verkehrslärm, was zu erheblichen Schutzauflagen führt.

Diesem Bauvorhaben, der 2. Änderung des B-Plans 33, zuzustimmen, war auch für die Bargteheider Grünen keine leichte Entscheidung. Es galt abzuwägen, inwieweit Nachhaltigkeit, d.h. ökologische, soziale und ökonomische Ziele gleichermaßen berücksichtigt werden.

Der Wohnungsmarkt ist äußerst angespannt, es müssen dringend Wohnungen gebaut werden. Am Südring will nun ein Investor auf einer Brache Wohnraum schaffen. Es ist gut, dass dafür nicht die Landschaft rund um Bargteheide weiter zersiedelt und die Feldmark zugepflastert wird. Dafür ist es aber nötig, in die Höhe statt in die Breite zu bauen. Vier Geschosse sind inzwischen nicht unüblich in Bargteheide.

Was die ökologischen Ziele angeht, so hatten wir Grüne im Vorfeld viele Forderungen gestellt, die weitestgehend erfüllt wurden. Nachdem die Untere Forstbehörde das angrenzende Grün als Wald eingestuft hat, muss eine Waldumwandlung vorgenommen werden, es braucht 30 Meter Abstand (Brandschutz). Die Genehmigung liegt seit Mitte Juli 2022 vor. Auf der 1250 m2 großen Waldfläche werden immerhin noch 60 Prozent der Bäume stehen bleiben. Gleichzeitig muss zum Ausgleich eine doppelt so große Fläche (2500 m2 ) neu aufgeforstet werden. Wir Grüne hatten gefordert, dass dies in Bargteheide geschieht. Das ist jetzt der Fall. Die Stadt konnte dafür eine Fläche nördlich Am Krögen, westlich Fischbeker Weg erwerben. Für den Knick entlang der Hamburger Straße, der schon in der 1. Änderung des B-Plans entfallen ist, gibt es einen Ausgleich in Dithmarschen und Wanderup, das ist leider weit weg. Gut ist, dass der neue B-Plan zahlreiche weitere grünordnerische Festsetzungen macht. So müssen etwa vorhandene Gehölze auf dem Grundstück dauerhaft erhalten bleiben, muss neues Grün gepflanzt werden. Wir haben beantragt, dass bei Neupflanzungen richtige Bäume und keine kleinkronigen gesetzt werden. Nachdem der Investor auch unserer Forderung zugestimmt hat, als Ausgleich für den Eingriff in die Fläche intensive Gründächer auf dem Neubau anzulegen und PV-Anlagen aufzustellen, konnten wir dem B-Plan zustimmen.

Ja, es ist auch für uns Grüne ärgerlich, dass in dem geplanten Komplex keine öffentlich geförderten Wohnungen entstehen werden. Bauamtsleiter Jürgen Engfer erläuterte dazu, dass die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE), die eng mit dem schleswig-holsteinischen Bauministerium zusammenarbeitet und die Förderpolitik des Landes bestimmt, schlüssig dargelegt habe, dass auf diesem belasteten Grundstück der Bau von Sozialwohnungen wirtschaftlich nicht darstellbar sei. Sozialwohnungen werden dafür an anderer Stelle und in großer Zahl beispielsweise auf den Grundstücken Am Maisfeld entstehen, in Zusammenarbeit mit der ARGE. Dieses Projekt unterstützen wir Grüne nach Kräften.



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